Unsere Situation .. unser Umgang!

Auch wenn ich diese Infos schon in meinem vorletzten Blog gegeben habe, werde ich unsere Situation in der Familie kurz zusammenfassen:

Meine kleine Schwester (15) ist Bulimiekrank, außerdem hat sie erste Anzeichen von Borderline. Wie lange sie schon darunter leidet weiß ich nicht genau, mir hat sie es kurz vor Weihnachten erzählt, meine Eltern wussten es da schon mehrere Wochen.
Ich habe es allerdings auch nur erfahren, weil ich sie beim Ritzen erwischt habe und sie es mir dann nicht mehr verheimlichen konnte.

Meine kleine Schwester besucht seit einiger Zeit eine Beratungsstelle für suchtkranke Jugendliche und hat auch ende Februar einen Termin bei einer Jugendpsychologin. Diese hat ihr in einem Telefongespräch nahe gelegt, sich eine Klinik auszusuchen, da man diese Krankheit selten ambulant behandeln kann. Meine kleine Schwester will das natürlich nicht. Sie erzählt fast niemandem davon und wenn sie tatsächlich für mehrere Wochen oder sogar Monate in eine stationäre Einrichtung müsste, könnte sie das nicht mehr verheimlichen.
Ich kann diese Angst verstehen, allerdings würde ich sie auch zwingen, wenn das ihre einzige Chance ist.

Da sie mit meinen Eltern so gut wie nie spricht und auch sonst nur wenige Menschen hat, denen sie sich anvertrauen kann, denke ich auch, dass es das Beste für sie wäre.

Meine Eltern sagen nicht viel dazu. Ich habe immer das Gefühl, sie machen sich mehr Sorgen um ihren "guten Ruf", obwohl ihnen das nichtmal ähnlich sieht. Sie machen sich Sorgen, aber sie gehen auch nicht wirklich auf meine kleine Schwester zu.

Meine Mutter hat keine Kraft mehr sich zu kümmern, sie hat aufgegeben, resigniert. Das finde ich sehr schade, aber leider auch sehr verständlich. Diese ganze Geschichte zieht einfach einen ungeahnten Rattenschwanz nach sich. Die Krankheit meiner Schwester an sich ist schon eine große Belastung für die ganze Familie, aber da dadurch auch ihre Noten in der Schule leiden, ist nun auch ihre Zukunft gefährdet, was uns allen sehr große Sorgen bereitet.
Da sie sich nicht helfen lässt (Nachhilfe usw. wird abgelehnt) können wir nicht viel tun, außer dabei zu sehen, wie sie sich ihr Leben zerstört. Ich weiß, dass sie ihr Verhalten später bereuen wird, aber ich kann sagen was ich will, es hilft alles nichts.

Mein Vater ist wie alle Väter denke ich, nicht unbedingt in der Lage dazu, seine Gefühle zu zeigen. Er versucht so gut es geht, die Familie zusammen zu halten und meiner Mutter eine Stütze zu sein. Aber ich denke, dass es ihn mehr belastet, als er zugibt.

Ich persönlich bin mittlerweile an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiß, wie ich mich fühlen soll. Am Anfang hatte ich große Angst um meine kleine Schwester, Angst, dass sie sich etwas antut. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass vieles nur Show ist. Sicher kann ich da nicht sein, aber es ist besser an eine gute Schauspielerin zu glauben, als an eine suizidgefährdete Schwester. Jedenfalls für den eigenen Gemütszustand.

29.1.13 16:54

Letzte Einträge: Perfektion und die Unfähigkeit damit umzugehen, Hahah , Ich werde noch Wahnsinnig!!, Bilder ..

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ally / Website (29.1.13 17:05)
Ohjee... das klingt nicht gut.
Aber ich kenne das: Der Glaube daran, dass alles weniger schlimm ist, als es scheint, tröstet einen über Vieles hinweg...

Aber es kann ein trügerischer Trost sein!

Weder eine Essstörung, noch selbstverletzendes Verhalten sollte man als Lapalie abtun.


magiic-dreams / Website (29.1.13 17:08)
ooh das tut mir leid für dich (
ich weiss leider auch keinen guten rat...tut mir leid und wenn doch lass ich es dich wissen

ich hoffe das es gut ausgeht!

liebe grüsse
magiic-dreams :*

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